Diesen Oktober war es endlich so weit: Das erste große Entsiegelungsprojekt in Beckum! 🥳
Gemeinsam mit über 30 motivierten Ehrenamtlichen wurden im Beckumer Gewerbegebiet 180 m² versiegelte Fläche von Pflastersteinen befreit – und der Natur zurückgegeben. 🌱💚


Der Weg zur Umsetzung geht durch die Verwaltung
Damit die Entsiegelungsaktion umgesetzt werden konnte, brauchte es klare Zuständigkeiten, gute Argumente und jemanden, der den Prozess innerhalb der Verwaltung koordiniert.
Max, Biodiversitäts- und Klimacoach und gleichzeitig Klimaschutzbeauftragter der Stadt Beckum, war in der idealen Position, um die internen Prozesse ins Rollen zu bringen.
Zunächst nahm er Kontakt zur Stadtplanung auf, die für die Flächenverwaltung zuständig ist. Grundsätzlich stieß das Vorhaben dort auf Interesse – allerdings ist es aufgrund der hohen Flächenkonkurrenz im Stadtgebiet oft schwierig, freie und geeignete Orte für eine Entsiegelung zu finden.
Im Austausch mit dem Bauhof, der für die Pflege der städtischen Flächen verantwortlich ist, entstand schließlich die entscheidende Idee: Zwei bestehende, bislang wenig genutzte Flächen vorzuschlagen, die ursprünglich einem anderen Zweck dienten.
Gemeinsam wurden daraufhin die Projektkosten der Entsiegelung den bisherigen Pflegekosten gegenübergestellt. Dabei zeigte sich schnell, dass eine naturnahe Bepflanzung den langfristigen Pflegeaufwand deutlich reduzieren würde – und somit sogar finanzielle Einsparungen für die Stadt möglich sind.
Mit dieser Grundlage gab die Stadtplanung schließlich ihr OK, stellte die notwendigen Gelder für das Projekt bereit und beauftragte den Bauhof offiziell, die Umsetzung zu unterstützen. Damit war der Weg frei für Beckums erstes großes Entsiegelungsprojekt. 🌱🙌


Ein geeigneter Ort für mehr Natur
Die entsiegelten Flächen liegen in der Nähe eines kleinen Bachs, umgeben von Sträuchern und Bäumen.
Ursprünglich waren sie als Pausenbereiche für die Arbeiter:innen des Gewerbegebiets gedacht, wurden allerdings nie genutzt, dafür aber häufig als Müllablage missbraucht. Perfekte Voraussetzungen also, um daraus etwas Sinnvolles zu machen – für Klima, Artenvielfalt und ein schöneres Stadtbild. 🐝 🌳
Viele Hände, ein Ziel
Damit das Projekt gelingt, brauchte es schließlich noch Helfer:innen.
Die Stadt Beckum und Grün statt Grau riefen über die sozialen Medien zur Teilnahme auf – mit Erfolg! Es kamen sogar mehr Menschen als angemeldet. 💚
Dank Werkzeug vom Bauhof, vom Verein und von Privatpersonen stand einer erfolgreichen Entsiegelungsaktion nichts mehr im Weg.

Gemeinsam anpacken – Beton raus, Leben rein
Was für ein Gefühl: Freude, Motivation, Verbundenheit und richtiger Tatendrang lagen in der Luft.
Mit Schaufeln, Spaten, Spitzhacken und bloßen Händen rückten die Helfer:innen den Betonsteinen zu Leibe. In Bottichen und Schubkarren wanderten sie zu bereitgestellten Mulden – die nach zwei Stunden so voll waren, dass wir zwangsläufig Feierabend machen mussten. 😅🧱
Begleitet wurde die Aktion zudem von der lokalen Presse: Die Glocke war vor Ort und veröffentlichte einen Bericht über die erfolgreiche Entsiegelung und hob besonders das Engagement der Teilnehmenden hervor. 📰
Am nächsten Tag übernahmen die städtischen Betriebe Beckum: Sie entfernten die restlichen Steine, trugen den Schotter ab und füllten alles mit Erde auf. Mittlerweile sind die Flächen standortgerecht begrünt – und werden nach wenigen Jahren der Natur komplett überlassen. 🌿✨


Ein Projekt mit Herz – und Zukunft
Dieses Projekt hat uns (Max & Sarah) über mehrere Monate begleitet – und es schließlich so erfolgreich umzusetzen, war ein Moment voller Erleichterung, Stolz und purer Freude. 💚
Die Idee entstand im Rahmen unserer NABU-Ausbildung zu Biodiversitäts- und Klimacoaches. Durch meine parallele Arbeit bei Grün statt Grau konnten wir zusätzlich auf wertvolle Vereinsressourcen zurückgreifen – ein perfektes Zusammenspiel. Es wurde gerade noch im Rahmen des Abpflaster-Wettbewerb umgesetzte. Dieser fand zum ersten Mal in diesem Jahr deutschlandweit statt: Städte treten spielerisch gegeneinander an und versuchen die meisten Flächen zu entsiegeln. Da in Münster große Projekte bisher nicht bis in die Umsetzung gekommen sind, war es schön zum Ende des Wettbewerbs im Münsterland noch ein so tolles Abpflaster- Projekt umzusetzen.
Die Aktion hat eindrucksvoll gezeigt: Entsiegeln geht! Schnell, wirksam und mit einer großen Portion Teamgeist. Gleichzeitig wurde deutlich, wie entscheidend die breite Unterstützung der kommunalen Verwaltung ist – sowohl personell als auch finanziell.
Als echtes Pilotprojekt hat uns diese Aktion wichtige Einblicke verschafft: Welche Stellen müssen beteiligt werden? Wer entscheidet was? Und wie kommt eine gute Idee überhaupt in die Umsetzung?
Die Antworten darauf nehmen wir mit – für viele weitere Abpflaster-Projekte. 🌿✨






Und jetzt seid ihr gefragt:
Kennt ihr versiegelte Ecken, die längst wieder grün sein sollten?
Tragt sie gerne auf unserer interaktiven Karte ein – oder schreibt uns direkt!
Wir bleiben dran – für ein grüneres, klimafreundliches Münsterland. 🌿💚✨

