Häufige Fragen
Welche Flächen kommen in Frage?
Am einfachsten ist es, eigene versiegelte Flächen zu entsiegeln – zum Beispiel Wege, Hofflächen, Fassadenbereiche oder Innenhöfe. Aber auch als Mieter:in kannst du aktiv werden, wenn du die Entsiegelung zuvor mit deiner Vermieterin oder deinem Vermieter absprichst.
Du gehst zur Schule? Auch dort lohnt es sich nachzufragen, ob Teile des Schulhofs entsiegelt und begrünt werden können. Gleiches gilt für den Arbeitsplatz: Wenn dir dort eine Fläche auffällt, die dringend Grün statt Grau braucht, sprich deine Arbeitgeber:innen darauf an.
Besonders leicht zu entsiegeln sind Flächen, bei denen Steine oder Platten locker verlegt wurden. Deutlich aufwändiger ist es, Beton oder Asphalt zu entfernen – dafür werden in der Regel spezielle Maschinen benötigt.
Bedenke außerdem, dass sich unter versiegelten Flächen häufig Schotter oder Geröll befindet. Diese Schichten sollten möglichst entfernt werden, um wichtige Bodenfunktionen wie Wasserspeicherung und Bodenleben wiederherzustellen. Je mehr Material entfernt wird, desto mehr Erde wird anschließend zum Auffüllen benötigt.
Welches Werkzeug benötige ich?
Achte bei der Entsiegelung immer auf deine eigene Sicherheit. Trage Handschuhe, lange Arbeitskleidung und festes Schuhwerk.
Wenn du Steine oder Platten lösen möchtest, eignen sich zu Beginn Werkzeuge zum Anheben und Aufbrechen, zum Beispiel Spaten, Spitzhacke oder Brecheisen. Anschließend lassen sich Steine, Schotter und Geröll am einfachsten mit Spaten, Schaufeln oder per Hand entfernen.
Sammle das ausgehobene Material am besten direkt in großen Behältern, etwa in Bottichen oder stabilen Säcken, bis es fachgerecht entsorgt werden kann. Für den Transport eignen sich kleine Eimer oder Schubkarren.
Für die anschließende Begrünung und um die Fläche sauber zu hinterlassen, sind außerdem Besen, Harke und Gießkanne hilfreich.
Falls dir Werkzeuge fehlen, kannst du dich gerne bei uns melden – wir verleihen benötigtes Werkzeug kostenlos.
Welche Kosten kommen auf mich zu?
Große, stark versiegelte Flächen müssen häufig professionell entsiegelt werden – das kann entsprechend kostenintensiv sein. Kleinere Flächen lassen sich dagegen oft selbst entsiegeln, zum Beispiel gemeinsam mit Familie, Freund:innen oder der Nachbarschaft. Das spart Arbeitskosten und kann zu einer gemeinschaftlichen, verbindenden Aktion werden.
Wenn du kein geeignetes Werkzeug hast, kannst du dieses kostenlos bei uns ausleihen. Auch bei der Planung und Umsetzung einer Entsiegelung unterstützen wir dich gerne.
Die verbleibenden Kosten entstehen vor allem durch:
1. die Entsorgung des entfernten Materials
2. die Erde zum Wiederauffüllen der Fläche
3. die Beschaffung neuer Pflanzen und Saatgut
Entsorgungsmaterial kannst du kostengünstig auf Recyclinghöfen abgeben. Dort erhältst du auch preiswerte Komposterde für die Wiederbegrünung.
Wie entsorge ich Asphalt, Pflaster und Schutt richtig?
Das Material musst du auf Recyclinghöfen entsorgen. Hier ist zu unterscheiden zwischen Beton und Asphalt und Bauschutt bzw. Steinen. Große Betonklumpen und Asphalt können meist nur auf privaten Recyclinghöfen entsorgt werden.
Zu Bauschutt gehören z.B. Steine, Ziegel und Mörtel. Diese können in Münster an den Recyclinghöfen Eulerstraße und Hiltrup kostenpflichtig (2 € pro angefangene 90 Liter) entsorgt werden. Mengen die größer als eine Kofferaumladung sind müssen zu dem Recyklinghof Coerde gebracht werden.
Wo kann ich Erde beziehen und worauf sollte ich dabei achten?
Unterschiedliche Pflanzen haben unterschiedliche Ansprüche an den Boden. Eine artenreiche Insekten- oder Wildblumenwiese benötigt zum Beispiel eher nährstoffarmen, durchlässigen Boden. Dafür wird meist vorhandene Erde mit Sand gemischt, um den Nährstoffgehalt zu reduzieren.
Für Beete oder Pflanzungen mit höherem Nährstoffbedarf eignet sich Komposterde. Diese erhältst du an den Recyclinghöfen Eulerstraße, Coerde, St. Mauritz, Hiltrup, Roxel, Gievenbeck, Handorf und Mecklenbeck.Lose Komposterde kostet 0,50 € pro 30 Liter. Wenn du größere Mengen benötigst, kostet eine Tonne Komposterde 7,50 €.
Zur Orientierung: 1 Tonne Kompost entspricht etwa 1,5 m³.
Wichtig ist außerdem, die Erde nicht zu stark zu verdichten und auf torffreie Produkte zu achten – so bleibt der Boden langfristig lebendig und wasserdurchlässig.
Entsiegelung ist mehr als Fläche freilegen: Wer den Boden bewusst auswählt, schafft langfristig Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen – und macht Stadtboden wieder lebendig statt ihn künstlich aufzubauen.
Welche Pflanzen sollten gesäht bzw. gepflanzt werden, um der lokalen Biodiversität zu nützen?
Um die lokale Biodiversität zu stärken, ist die Auswahl der richtigen Pflanzen entscheidend.
Um nicht nur der Klimakrise, sondern auch dem Artensterben etwas entgegenzusetzen, empfehlen wir die Verwendung von möglichst regionalem, vielfältigem Saat- und Pflanzgut. Heimische Pflanzen sind besser an die lokalen Bedingungen angepasst und bieten Insekten, Vögeln und anderen Tieren passende Nahrung und Lebensräume.
Achte beim Kauf auf Siegel für regionales Saatgut, zum Beispiel RegioZert oder VWW-Regiosaaten.
Wenn du dich entscheidest, einen Baum zu pflanzen, bedenke außerdem, dass er langfristig viel Platz benötigt: Plane den Standort so, dass die ausgewachsene Baumkrone ausreichend Raum hat – über und unterirdisch.
Auch eine Mischung aus Wildblumen, Stauden, Sträuchern und Bäumen schafft vielfältige Lebensräume und erhöht die ökologische Wirkung deutlich gegenüber Einzelpflanzungen.
Wirkt sich Begrünung wirklich positiv auf die psychische Gesundheit aus?
Ja. Natur wirkt nachweislich stressreduzierend und stabilisiert die psychische Gesundheit. Der Anblick von Pflanzen und der Kontakt mit Natur können die Stimmung verbessern und das Gefühl von Selbstwirksamkeit stärken.
Gleichzeitig ist der Zugang zu Grünflächen im städtischen Raum ungleich verteilt. In Vierteln mit mehr Stadtgrün geht es den Menschen im Durchschnitt psychisch besser, was sich auch auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe auswirkt. Diese Stadtteile sind oft attraktiver – und damit teurer.
Stadtgrün ist deshalb nicht nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern auch der Umweltgerechtigkeit: Alle Menschen sollten Zugang zu gesunden, grünen Lebensräumen haben – unabhängig von Einkommen oder Wohnort.
