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  • Auftakt zur Saison 2026: Schüler*innen pflastern ab in Dülmen

    Auftakt zur Saison 2026: Schüler*innen pflastern ab in Dülmen

    Der Abpflaster-Wettbewerb geht in die nächste Runde und das erste Projekt wurde schon umgesetzt.

    Schüler*innen des Clemens-Brentano-Gymnasiums in Dülmen haben für den Klimaschutz einen Teil ihres Schulhofs entsiegelt. Gemeinsam mit dem Verein Grün statt Grau e.V. entfernten sie Pflastersteine, um Platz für mehr Grün, bessere Wasserversickerung und ein angenehmeres Mikroklima zu schaffen. 🌱🌿

    Vorbereitung: Idee, Gespräche, Schulhofbegehung und Workshop

    Der Aktionstag war nur der sichtbare Höhepunkt eines längeren Prozesses. Angestoßen wurde das Projekt von Lehrerin Anna Gorkiewicz, die den Arbeitskreis Nachhaltigkeit sowie die Nachhaltigkeits-AG der Schule leitet. Mit viel Engagement brachte sie die Idee voran, suchte den Austausch mit der Schulleitung und koordinierte die Planung – oft auch über den Schulalltag hinaus. 💚

    Unterstützung erhielt sie dabei von der Schulleitung, insbesondere von Frau Verwey, die sich klar für mehr Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung an Schulen ausspricht. Bereits im Februar fand eine gemeinsame Begehung des Schulhofs statt. Vertreter*innen der Schulbehörde, der Feuerwehr, des Gebäudemanagements und des Bauhofs der Stadt Dülmen kamen zusammen, um Möglichkeiten für Entsiegelung, Begrünung und Verschattung zu besprechen.

    Anfangs gab es durchaus Bedenken: Anstatt gemeinsam mit den Jugendlichen eine Entsiegelung umzusetzen, wurde zunächst vorgeschlagen, Hochbeete zu bauen. Denn es war unklar, wie der Untergrund beschaffen ist – die Vermutung stand im Raum, dass sich unter den Pflastersteinen massive Betonelemente befinden könnten. Schließlich einigte man sich auf eine Probefläche von knapp 5 m², die die Schüler*innen eigenständig bearbeiten durften.

    Um die Jugendlichen aktiv einzubeziehen und über das Thema zu informieren, fand vorab ein Workshop des Vereins Grün statt Grau statt. Inhaltlich ging es vor allem um die Bedeutung von Entsiegelung für Klimaanpassung, Wasserversickerung und Biodiversität. Teil davon waren auch Experimente sowie eine Schulhofbegehung. Dabei entwickelten die Schülerinnen eigene Pläne von einem grünen Schulhof, die anschließend mit KI visualisiert wurden und in die weitere Schulhofgestaltung einfließen sollen. 🌍

    Aus früheren Workshops wussten wir, dass es frustrierend sein kann, wenn Planung nicht in die Umsetzung führt. Umso schöner war es, dass diesmal bereits etwa eine Woche später tatsächlich entsiegelt werden konnte. Denn partizipative Gestaltung vermittelt ein starkes Gefühl von Selbstwirksamkeit. ✨

    Umsetzung: gemeinsame Entsiegelung

    Am Donnerstag um acht Uhr morgens ging es los 💪 Schon nach den ersten 20 Minuten hatten die engagierten Jugendlichen alle 101 kleinen und fünf großen Pflastersteine entfernt. In kurzer Zeit bildete sich eine Menschenkette, durch die die Steine wie am Fließband zu einem vom Bauhof bereitgestellten Anhänger weitergereicht wurden. 🔄

    Doch damit war die Arbeit noch nicht getan: Versiegelung betrifft nicht nur die Oberfläche, auch der Unterbau musste entfernt werden. Mit Schaufeln, Eimern und teilweise sogar Spitzhacken und Hämmern lösten die Schüler*innen Sand, Schotter und Bauschutt aus dem Boden. Der helle, schotterfreie Sand wurde dabei gesammelt, um ihn später wieder mit dem Mutterboden zu vermischen und so möglichst ressourcenschonend zu arbeiten. 🌍♻️

    Eine besonders erfreuliche Erkenntnis war, dass sich unter den Steinen keine durchgehenden Betonschichten fanden, sondern lediglich eine schmale Rückenstütze aus Beton zur Stabilisierung der angrenzenden Mauer. Damit steht einer weiteren Entsiegelung hoffentlich nichts im Wege. 🎉

    Dank der Unterstützung des Bauhofs Dülmen konnten die entfernten Materialien direkt abtransportiert und entsorgt werden. Außerdem stellte der Bauhof großzügig Mutterboden zur Verfügung – eine enorme Hilfe, denn genau diese Ressourcen sind bei Entsiegelungsprojekten oft die größte Hürde. 🚛

    Das Schöne an einer Entsiegelung ist, dass man schnell gemeinsam ins Tun kommt. Vieles ergibt sich einfach beim Ausprobieren. Es war sehr motivierend zu sehen, wie die Aktion verlief – klar, nicht alle hatten gleich viel Lust, aber die Mehrheit war richtig engagiert dabei. Immer wieder kam die Frage auf: „Dürfen wir weitere Steine entfernen?“, „Wann wird der Rest entsiegelt?“ und „Können wir dann auch wieder mitmachen?“. 🌼 😊

    Am Ende des Tages wurde die Fläche mit Erde aufgefüllt und zunächst mit Frühblühern bepflanzt. Die Nachhaltigkeits-AG hat bereits passende, heimische und biodiversitätsfördernde Stauden ausgewählt, die nach den Osterferien eingesetzt werden sollen. Die Pflanzen werden vom Verein Grün statt Grau bereitgestellt. 🌸🌼

    Gegen elf, als wir gerade die letzten Pflanzen einsetzen kam noch die lokale Presse vorbei, die Dülmener Zeitung, und berichtete im Anschluss über die Aktion.

    Parallel zu der Entsiegelung wurde ein weiteres Beet vorbereitet, das künftig auch zur Förderung der Biodiversität beitragen soll 🐝 und es wurden Schilder gestaltet, um die Fläche zu kennzeichnen: „Nicht anfassen“ und „Hier wird’s grün statt grau“. Leider wurden diese bereits am darauffolgenden Wochenende durch Vandalismus zerstört. 😔

    Das zeigt: Bei der Planung öffentlich zugänglicher Flächen müssen Aspekte wie Schutz, Pflege und mögliche Beschädigungen von Anfang an mitgedacht werden, gerade dann, wenn solche Projekte zur Nachahmung anregen sollen. Ironischerweise haben ausgerechnet die Schilder, die auf die Fläche aufmerksam machen und sie schützen sollten, vermutlich auch zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt. Das Beet selbst ist zum Glück bisher erhalten geblieben 🙂🌱

    Die Schüler*innen konnten an diesem Tag nicht nur praktisch arbeiten, sondern auch direkt erleben, welchen Unterschied eine entsiegelte Fläche macht. Sie haben gezeigt, wie Klimaschutz konkret aussehen kann – und dass Engagement bereits in jungen Jahren einen echten Unterschied bewirkt. 👏🌍

    Langfristig soll eine deutlich größere Fläche des Schulhofs entsiegelt und begrünt werden. Die Aktion im März war dafür ein wichtiger erster Schritt – und ein starkes Zeichen dafür, was möglich ist, wenn Schule, Stadt und Zivilgesellschaft gemeinsam handeln. 🤝

    Die entsiegelte Fläche wird außerdem als erste Fläche für Dülmen beim bundesweiten Wettbewerb „Abpflastern“ eingereicht. Nachdem die Stadt im vergangenen Jahr noch nicht teilgenommen hat, ist dies ein wichtiger Auftakt, um das Thema Entsiegelung auch auf kommunaler Ebene stärker sichtbar zu machen. 🏙️🌱

    Wir hoffen, dass dieses Projekt viele weitere Schulen inspiriert, selbst aktiv zu werden: für mehr Grün statt Grau. 🌳✨