Was lange Zeit eine trostlose Fläche aus Betonplatten, Schotter und kaputten Betontrögen war, ist heute ein kleines grünes Beet mit Stauden, Gräsern und einem Zwergahorn. Entstanden ist die Verwandlung nicht durch ein großes Förderprojekt, sondern durch engagierte Nachbar*innen, die gemeinsam angepackt haben. Wir haben Edith gefragt, wie das geklappt hat.
Edith lebt seit 25 Jahren in Mecklenbeck. Auf das Thema Entsiegelung wurde sie durch die Streuobstwiesen-AG des NABU aufmerksam. In ihrer Straße gab es eine Fläche, die schon lange vielen ein Dorn im Auge war.

„Die Fläche war komplett mit Betonplatten ausgelegt und es wurde zunehmend Müll dort abgelagert. Beim Straßenfest haben wir wieder darüber gesprochen, dass wir sie gerne umgestalten würden. Ein Nachbar hat dann gleich Nägel mit Köpfen gemacht, einen Trecker mit Anhänger organisiert und für das folgende Wochenende einen Termin ausgemacht.“
Aus einer Idee wurde ein Nachbarschaftsprojekt
Die Fläche gehört zu einem Mehrfamilienhaus und grenzt an ein Carport eines Reihenhauses. Viele empfanden sie als eine Art Niemandsland. Bevor es losgehen konnte, wurde deshalb zunächst der Eigentümer angesprochen. Er war mit der Umgestaltung einverstanden – solange ihm dadurch keine Kosten entstehen.
Gestartet sind zunächst drei Nachbar*innen. Doch im Laufe des Nachmittags kamen immer mehr Helfer*innen dazu. Manche packten mit an, andere unterstützten das Projekt mit einer kleinen Geldspende. Auch viele Kinder waren dabei.
„Vor allem für neuzugezogene Kinder war es eine tolle Möglichkeit, sich anzufreunden. Am nächsten Tag habe ich sie zusammen auf der Straße spielen sehen – das hat mich total gefreut.“


Gemeinsam anpacken
Zunächst wurden die schweren Betonplatten entfernt. Anschließend musste der Schotter ausgehoben und mit Trecker und Anhänger abtransportiert und fachgerecht entsorgt werden. Noch am selben Tag wurde neue Erde eingebracht, sodass die Fläche direkt bepflanzt werden konnte.
Bei der Auswahl der Pflanzen spielte vor allem eines eine Rolle: möglichst wenig Geld auszugeben. Außerdem haben die Nachbar*innen Wert auf eine insektenfreundliche Bepflanzung gelegt. Viele Stauden stammten deshalb aus den eigenen Gärten der Nachbar*innen. Gepflanzt wurden unter anderem Frauenmantel, Glockenblumen, Geranien und Hortensien. Eine Familie spendete einen Zwergahorn, der im eigenen Garten keinen passenden Platz gefunden hatte. Von den Geldspenden wurden zusätzlich Gräser gekauft, später kamen noch Blumenzwiebeln hinzu.
Damit die Pflanzen nicht von parkenden Autos beschädigt werden, fand sich auch dafür eine kreative Lösung: Über Kleinanzeigen organisierte ein Nachbar große Sandsteine, die heute als natürliche Begrenzung dienen.
Ein Gewinn für die ganze Straße
Heute kümmern sich Edith und weitere Nachbar*innen gemeinsam um die Pflege der Fläche. Regelmäßig wird gegossen, Unkraut entfernt und Verblühtes zurückgeschnitten. Der Aufwand hält sich dabei in Grenzen – und wird durch die vielen positiven Rückmeldungen mehr als belohnt.
„Da unsere Straße eine Abkürzung zum Zentrum Mecklenbecks ist, kommen hier viele Menschen mit dem Fahrrad oder zu Fuß vorbei. Wir haben schon sehr viele positive Rückmeldungen bekommen, weil es so schön geworden ist. Selbst Kinder bleiben stehen und sagen, wie toll die Fläche jetzt aussieht.“
Ediths Tipp für alle, die selbst entsiegeln möchten
„Wichtig ist, dass sich die Leute zusammentun. Gerade Betonplatten und Schotter rauszuholen ist schwere körperliche Arbeit. Aber es beweist auch, dass sich Eigeninitiative lohnt!“
Aus ihrer Sicht gibt es vor allem einen Punkt, wie Entsiegelungsaktionen grundsätzlich unterstützt werden können: der Abtransport des Aushubs und die Anlieferung neuer Erde. Wer keine Kontakte zu Menschen mit Treckern und Anhängern hat, ist dann aufgeschmissen.
Kennt ihr schon unseren Pflasterlaster?

Mit dem Pflasterlaster holen wir euer entsiegeltes Material kostenlos ab. So möchten wir dabei helfen, eine der größten Hürden bei der Entsiegelung zu überwinden.

